22.01.15 Laith Al-Deen

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22.01.2015, Ringlokschuppen, Bielefeld, Support Alex Diehl

Laith Al-Deen zum zweiten Mal. 2012 bin ich ohne große Erwartungen und mit neutraler Haltung zum Konzert, ebenfalls im Ringlokschuppen (kleine Halle), gegangen. Dass ich völlig heiser und mit tausend freigesetzten Endorphinen dort wieder heraus gehe hätte ich nicht erwartet und deswegen wollte ich unbedingt auch 2015 wieder dabei sein. Auch diesmal war der RLS nicht ausverkauft und die Bühne war in der kleinen Halle aufgebaut.

Doch fangen wir erstmal beim Support Alex Diehl an. Der bayrische Schmusesänger betritt zusammen mit seinem Keyborder Stefan die Bühne und eröffnet mit einem sehr gefühlvollen Lied das Konzert. Er hat zu jedem Song, seines erst kürzlich erschienen 1. Albums „Ein Leben lang“, auch tatsächlich eine Geschichte aus seinem Leben im Gepäck. Emotionen werden unwillkürlich angesprochen und seine Stimme versteht es das Publikum zu berühren. Er wird mit großem Applaus belohnt. Die anwesenden Pärchen jeden Alters proben schon hier das Schmusen für den Haupt-Act. Ich muss jedoch sagen, dass ich mir gerade von einem Support mehr als nur Balladen wünschen würde um die Party-Stimmung aufkommen zu lassen. Ohne Frage ein begabter Künstler, der es versteht tiefgründige Texte zu schreiben, doch für meinen Geschmack hinterlassen seine Melodien zu viel Lethargie und können für das bevorstehende Konzert nicht mit der Motivation von Mark Forster, als Vorgruppe von Laith Al-Deen 2012, mithalten. 

Nach einer kurzen kreativen Bierverschaffungspause beginnt auch schon das eigentliche Konzert. Mit „Was wenn alles gut geht“ eröffnet Laith Al-Deen sein über 2 1/2 stündiges Konzert. Die aktuelle Single wird lebhaft mitgesungen und die Energie überträgt sich ohne wenn und aber an das Publikum. Das Mitte 50er Pärchen vor uns springt begeistert auf und nieder, schlackert wild mit den Armen und vollführt seinen Ausdruckstanz mit großem Enthusiasmus. Fantastisch, wenn man doch nur immer so leicht zufrieden gestellt werden könnte. ^^ Es folgt ein bekanntes Lied nach dem anderen. „Bilder von dir“ wird im neuen futuristischen Gewand eröffnet um gegen Ende in die allseits gewohnte musikalische Begleitung überzugehen. Hier kann nun wirklich jeder mitsingen, ist dieser Titel aus dem Jahr 2000 doch wohl das erfolgreichste Stück des immer gut gelaunten Sängers. Zu meiner großen Freude wird auch mein Lieblingslied „Tage fallen wie Blätter“ gespielt. Laith Al-Deen spielt an diesem Abend das 4. Konzert in Folge und gerade bei diesem Lied mit seinen vielen Höhen versagt teilweise seine Stimme oder ist zumindest heiser. Nicht Optimal aber auch bei Profis lässt sich das nicht immer verhindern und das folgende Konzert verläuft gewohnt mit seiner ausdrucksstarken und kräftigen Stimme. Natürlich wird auch „Keine wie du“ gespielt. Diesmal in einer Uptempo-Version die allseits zum lauten mitsingen einlädt.

Nun ist das Pärchen vor uns endgültig in einer Glücks-Ekstase angekommen. Dies kann man daran erkennen, dass die Dame komplett den Takt beim Klatschen verfehlt und doch sehr an ein grinsendes Äffchen mit Becken erinnert. Zwischendurch unterbricht sie jedoch ihr Klatschen um freudestrahlend ihrem Begleiter um den Hals zu fallen und ihm einen Kuss nach dem nächsten auf den Mund zu drücken. Man weiß es nicht genau, vielleicht haben sie genau wie wohl Latih auch, vor der Show einen Glücklichmacher in Form von einer „speziellen Zigarette“ zu Gemüte geführt. Neben Everlast war dies bereits mein zweites Konzert wo der Künstler offen über seine gute Laune in Verbindung mit dem vorher gerauchten Joint auf der Bühne spricht. Mir kam es gleich etwas komisch vor, dass er das Publikum als Bäume bezeichnet hat welche die Energie auf ihn übertragen sollen. Nichts desto trotz leistet Laith eine spitzen Show mit viel Abwechslung ab. Musik zum kuscheln wird genauso gespielt wie gut tanzbare Disco-Fox-Musik. Eine kleine Einlage zur Toleranz mit gegenseitigem Schulterklopfen im Publikum stärkt nochmals zusätzlich das Selbstwertgefühl. 

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Latih-Al Deen zeigt dabei auch keine Scheu vor dem Publikum und streift zum Anfassen durch die Reihen. Das Konzert in Bielefeld kann wohl leider nicht mit den Verkaufszahlen der anderen Konzerte auf seiner aktuellen Tour durch Deutschland mithalten. So ist der RLS an diesem Abend zwar gut gefüllt, hätte aber noch ein deutlich größeres Fassungsvermögen für mehr Leute gehabt. Für mich haben allerdings gerade diese kleinen Konzerte, die fast schon Club-Atmosphäre versprühen, einen wahnsinnigen Reiz. Eine Zugabe gehört natürlich ebenfalls mit zum Programm. So endet ein schöner Konzertabend mit meinem Liebsten (den ich mitschleifen musste) mit einem fabelhaften Mix aus altbekanntem und neuen Musikmaterial.

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Insgesamt vergebe ich 8 von 10 Punkten für ein mitgerissenes Publikum, einen sich nicht ganz ernst nehmenden Künstler, atypische und ausflippende Spießer Pärchen und eine mehr als angenehme Atmosphäre. Danke für diesen Abend!

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